DonnerstagDo., 29. Oktober 2026
Ingelheim, 6 °C Heiter.
Copyright/Quelle Bilder:
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Beginn: 31.10.2026, 10:00 Uhr
Ende: 31.10.2027, 18:00 Uhr
10/31/2026 10:00Berechnung...
Termine • 28. Oktober 2026

ArchäoGELOGEN? Fakt oder Fake - Wenn Geschichte in die Irre führt

Neue Studioausstellung im Ingelheimer Museum

Die interaktive Studioausstellung „ArchäoGELOGEN? Fakt oder Fake“ im Museum bei der Kaiserpfalz Ingelheim öffnet am Samstag, 31. Oktober 2026, ab 10 Uhr ihre Türen. Entstanden in Zusammenarbeit mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, präsentiert die Ausstellung archäologische Sensationsfunde, die sich als raffinierte Fälschungen herausstellen – oder sind sie doch echt?

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Fake News, manipulierte KI-Bilder und Desinformationen prägen inzwischen unseren Alltag. Auch in der Archäologie ist das Phänomen keineswegs neu: So manche spektakuläre Entdeckung stellte sich letztlich als dreiste Fälschung heraus. Vermeintlich verblüffende Entdeckungen entpuppten sich bei genauerem Hinsehen als Irrtum, Überinterpretation oder bewusste Fälschung. Mitunter werden irreführende Theorien sogar zu Ikonen: Die berühmte goldene Maske etwa, die Heinrich Schliemann in Troja fand, trug König Agamemnon nie – falls es den sagenhaften Herrscher überhaupt gegeben hat. Aber wie lässt sich Echtes von Erdachtem unterscheiden? Genau an dieser Stelle setzt die Ausstellung „ArchäoGELOGEN? Fakt oder Fake“ an.

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Kuratiert von Dr. Isabel Kappesser, Museum bei der Kaiserpfalz, und Dr. Ingeborg Domes, ehemalige Museumsleiterin und Klassische Archäologin aus Mainz, in Zusammenarbeit mit Studierenden des Instituts für Altertumswissenschaften, Arbeitsbereich Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Haupt, verwandelt sich das Museum bei der Kaiserpfalz in ein archäologisches Rätselspiel. Rund 30 Exponate, vorwiegend aus Hessen und Rheinland-Pfalz, laden augenzwinkernd dazu ein, genauer hinzusehen, zu vergleichen und zu urteilen: Sensation oder Täuschung? Um die Sache nicht allzu leicht zu machen, ist jedes Objekt mit einer authentisch formulierten Legende versehen, die zunächst plausibel klingt. Gerade darin liegt der Reiz der Schau: Nicht alles, was wissenschaftlich wirkt, ist auch belastbar!

Die Ursachen für „falsche“ archäologische Entdeckungen sind sehr vielfältig. Neben Laien, denen das akademische Handwerkszeug fehlt und die so mitunter bizarre Erklärungen für banale Gegebenheiten liefern, unterlaufen auch ausgebildeten Fachleuten Fehler. In kaum einer anderen Forschungsdisziplin kann es so leicht zu falschen Schlüssen kommen wie bei einer archäologischen Ausgrabung. Überreste der Vergangenheit sind oft schlecht erhalten und müssen interpretiert und rekonstruiert werden. In vielen Fällen erweisen sich gängige Erklärungsmuster als korrekt: Ein vergrabenes Skelett ist in der Regel ein Grab, mit Mörtel verbundene Steine gehören meistens zu einem menschengemachten Bauwerk. Doch Archäologie kann tückisch sein, Fehlerquellen lauern überall. Fehlende Erfahrung, vorgefertigte Denkmuster, ungewöhnliche Befunde oder Routine – all dies kann fehlerhafte Deutungen begünstigen.

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Dass es in der Archäologie nicht nur Irrtümer, sondern auch gezielte Manipulationen gibt, zeigt ein weiterer Aspekt der Ausstellung. Neben „ehrlichen“ Fehlinterpretationen gab und gibt es die „schwarzen Schafe“ des Faches, die bewusst wissenschaftliche Standards verletzen. Dahinter stecken oft übertriebener Ehrgeiz, Geltungsdrang oder der Wunsch nach der großen Geschichte.

Begleitend zur Studioausstellung erscheint im Nünnerich-Asmus Verlag & Media GmbH der wissenschaftliche Band „ArchäoGELOGEN. Betrug und Irrtum in der Archäologie“. Die Publikation vereint alle Objekte der Schau – echte wie falsche – und beinhaltet zusätzliche Informationen zum wissenschaftlichen Kontext für eine Vertiefung des Themas. Sie ist ab 26. Oktober 2026 im Buchhandel und im Museums-Shop erhältlich. Ein vielfältiges Rahmenprogramm für alle Altersgruppen ergänzt das Angebot zur Ausstellung und das Instagram-Profil „Museum_bei_der_Kaiserpfalz“ lädt Besuchende dazu ein, selbst aktiv zu werden, mit Umfragen, Interviews, Rätseln, Wichtelstreichen und vielen weiteren Aktionen.

Finanzielle Förderung erfährt die Ausstellung durch das Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband Rheinland-Pfalz e. V. und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD). Die Gesamtleitung hat Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Museum bei der Kaiserpfalz.

Bis einschließlich Sonntag, 31. Oktober 2027, haben Interessierte Gelegenheit zu einem Besuch der Studioausstellung. Der Eintritt für Museum inklusive Studioausstellung beträgt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro und ist bis 18 Jahre kostenfrei.

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