Wein trifft Pralinen
Beim Titel dieser Veranstaltung mag mancher sich verwundert gefragt haben „Passt das denn überhaupt zusammen?“. Um die Antwort gleich vorwegzunehmen: „Oh ja – wenn man die beiden entsprechend kombi- niert!“. Davon konnte sich jetzt ein neugieriges Publikum im Ingelheimer Winzerkeller überzeugen.
Dort präsentierten Christine Jung vom Café „Purer Genuss“ und die drei Ingelheimer Rotweinmajestäten Rebekka, Verena und Arwen Kostproben diese beiden Produkte, die im Zusammenspiel ganz neue Geschmacks- welten erschließen. Aber auch jedes der beiden Produkte (Wein und Praline) für sich allein genommen kann schon eine Genuss-Offenbarung darstellen. Und die kann jeder erleben, der diese Produkte nicht bloß „konsumiert“ – sondern sich ihnen mit Bedacht widmet.
Beim Wein zeigt sich dessen individueller Charakter an den drei Merk- malen „COS“: Colore (Farbe), Odore (Bukett) und Sapore (Geschmack). In dieser Hinsicht hatten die ausgewählten Weine Ingelheimer Betriebe eine breite Palette von Eindrücken zu bieten. Die reichte von der ausgeprägten Mineralität eines trockenen Rieslings bis zu den ungewöhn- lichen Aromen edelsüßer Dessertweine. Unter denen befanden sich mit einem Eiswein und einem Cabernet Mitos gleich zwei Tropfen, die als Rarität anzusehen sind. Für den Laien waren da die Erläuterungen der Rotweinmajestäten hilfreich. Und sie machten beispielsweise klar, dass es für die Winzerinnen und Winzer ein Risiko bedeutet, Trauben am Stock zu belassen – in der Hoffnung auf die Temperaturbedingungen für das Ernten eines Eisweins.
Temperatur ist aber auch bei der Fertigung von Pralinen ein ganz entscheidender Faktor. Das wurde bei den Ausführungen von Christine Jung deutlich, die nicht nur Konditormeisterin ist – sondern auch Schokoladensommelière. Als solche kennt sie die Vielfalt der Nuancen des Produkts „Schokolade“ bestens. Diese zeigen sich eben nicht nur im Kakaogehalt. Selbst die Herkunft der Kakaobohnen gibt einer Schokolade ganz individuelle Geschmacksnoten. Und hat man für eine Praline erst einmal eine bestimmte Schokolade ausgewählt, dann beginnt erst der eigentliche schöpferische Prozess mit der Kreation der geeigneten „Füllung“.
Am Ende soll dann die Kombination gefunden werden, bei der Wein und Praline zusammen „passen“. Wahrlich keine leichte Aufgabe für das Team, das da im Winzerkeller seine Auswahl an „Paarungen“ präsentierte. „Passen“ muss dabei nicht unbedingt im Sinne von harmonischer Ergänzung verstanden werden. Auch das Kontrastieren von Gegensätzen kann ein ganz besonderes Geschmackserlebnis vermitteln. Und dann das Überraschende: Wer eine Praline im Mund auf der Zunge zergehen lässt und dabei den Wein zu sich nimmt, der stellt auf einmal fest, dass dabei im Zusammenspiel der beiden Komponenten völlig unerwartete neue Geschmackswahrnehmungen auftreten.
Den charmanten Rat der vier Damen, gerade diese Jahreszeit im privaten Kreis zu einem ganz persönlichen Exkurs „Wein trifft Pralinen“ zu nutzen, sollte man befolgen – die Bezugsquellen für die benötigten Bestandteile sind ja unmittelbar vor Ort.
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