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Lokal • 9. Oktober 2026

Pecunia non olet - Das Ingelheimer Steuerwesen seit dem 15. Jahrhundert

Geschichte am Mittag – Kurzvortrag im Museum bei der Kaiserpfalz

„Geld stinkt nicht“ soll Kaiser Vespasian um 70 n. Chr. erbost gesprochen haben, als seine Untertanen sich wiederholt über die von ihm eingeführte Latrinensteuer beschwerten. Offiziell sollte die Einsammlung dieses wertvollen, doch nicht gerade wohlriechenden Rohstoffes der Arbeit der Gerberzunft wertvolle Dienste leisten, doch hinter den Kulissen sorgte diese sehr erfindungsreiche Steuer natürlich wesentlich für die Vermehrung der Staatseinnahmen.

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Vor allem in Kriegszeiten stellen Steuern schon seit fünf Jahrtausenden, die wichtigste Einnahmequelle für das jeweilige herrschaftliche Gebilde dar. Tribute, Zölle, Bede, Zehnte, Fronde, Zinsen, Schatzungen, Kontributionen: Synonyme für die einfachste Möglichkeit, das Vermögen mitunter äußerst kreativ zu steigern. Die Kuriositäten der Besteuerung führten dabei unter anderem zu einer Bart- und Bettensteuer, einer Fenster- und Türsteuer, einer Fräulein- und Spatzensteuer oder auch zum Schirm- und Feuereimergeld.

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Das Stadtarchiv Ingelheim verwahrt, beginnend mit den Haderbüchern, zahlreiche Unterlagen zum Ingelheimer Steuerwesen der letzten rund 550 Jahre. Begeben Sie sich auf eine Zeitreise in die Kurpfalz sowie die Ära Napoleons und lauschen Sie dabei den Ausführungen der Leiterin des Ingelheimer Stadtarchivs Nadine Gerhard M.A. zum fast zwei Jahrhunderte andauernden Rechtsstreit um den Ober-Ingelheimer Weinzehnt. Zudem können die eindrucksvollen Handfrönerverzeichnisse, Schatzungsbelagbücher oder Mutterrollen bestaunt werden - frei nach dem Motto „Geld riecht immer gut, einerlei woher!“.

Der Vortrag in der Reihe „Geschichte am Mittag“ findet am Donnerstag, 12. November 2026, um 14.30 Uhr, im Museum bei der Kaiserpfalz der Stadt Ingelheim statt. Der Eintritt kostet 4 Euro inklusive einer Tasse Kaffee und einer süßen Überraschung. Bis 10. November ist eine Anmeldung im Museum erforderlich, telefonisch unter 06132 714-701 oder per E-Mail unter info-museum@ingelheim.de.

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