Pflege daheim - nicht allein!
Landkreis Mainz-Bingen stellt pflegende Angehörige in den Mittelpunkt und lädt zum European Carers Day ein
Pflege findet häufig dort statt, wo Menschen sich am wohlsten fühlen: zu Hause. Wer einen Angehörigen versorgt, übernimmt dabei große Verantwortung. Zum bundesweiten Tag der pflegenden Angehörigen, macht der Landkreis Mainz-Bingen auf ihre Situation aufmerksam und kündigt zugleich eine Veranstaltung zum Europäischen Tag der pflegenden Angehörigen am Dienstag, 6. Oktober 2026 um 15.30 Uhr im Kreistagssaal in Ingelheim an. Unter dem Titel „Pflege daheim – nicht allein“ lädt der Fachbereich Soziales zu Information, Austausch und Vernetzung.
Wenn Eltern, Partnerinnen und Partner oder andere nahestehende Menschen pflegebedürftig werden, übernehmen Angehörige häufig ganz selbstverständlich Aufgaben: Sie organisieren Arzttermine, helfen im Haushalt, unterstützen bei der Körperpflege oder sind rund um die Uhr ansprechbar. Dabei geraten die eigenen Bedürfnisse schnell in den Hintergrund.
In Deutschland werden rund 86 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt. Auch im Landkreis Mainz-Bingen sind ca. 54 Prozent der Angehörigen täglich in die Pflege eingebunden.
„Pflegende Angehörige übernehmen eine enorme Verantwortung. Dabei brauchen sie selbst Unterstützung, Informationen und vor allem das Gefühl, mit ihren Fragen und Belastungen nicht alleine zu sein. Genau hier möchten wir ansetzen: Wir wollen zeigen, welche Hilfen und Ansprechpartner es gibt und dass es keine Schwäche ist, Unterstützung anzunehmen“, sagt Kreisbeigeordnete Almut Schultheiß-Lehn.
Mit der Veranstaltung möchte die Kreisverwaltung pflegende Angehörige stärker in den Mittelpunkt rücken und Akteure aus der häuslichen Pflege vernetzen. Im Fokus stehen unter anderem Belastung und Selbstfürsorge, Entlastungsangebote, Wohnraumanpassung, Vorsorge sowie die Begleitung in schweren Krankheits- und Lebenssituationen.
Ab 15.30 Uhr öffnet der „Markt der Möglichkeiten“ und bietet Gelegenheit, sich vor Beginn des Programms an verschiedenen Informationsständen über Unterstützungs- und Beratungsangebote zu informieren und erste Gespräche zu führen.
Den persönlichen Einstieg ins Programm gestaltet Waltraud Klein von „Wir pflegen RLP“, einer Interessenvertretung und Selbsthilfeorganisation für pflegende und betreuende Angehörige. In ihrem Impulsvortrag „Pflege hat viele Gesichter. Die leisen Heldinnen und Helden des Alltags“ geht sie der Frage nach, wie sich Pflege auf das eigene Leben auswirkt, warum Angehörige an ihre Grenzen kommen und weshalb rechtzeitige Unterstützung wichtig ist.
Der zweite Impulsvortrag wird von der Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen gestaltet. Unter dem Titel „In Zukunft barrierefrei! – Grundlagen barrierefreie und altersgerechte Wohnumgebung“ gibt Referentin Susanne Gambla, Innenarchitektin, praktische Impulse für eine barrierefreie und altersgerechte Wohnumgebung. Die Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen ist ein Landesprojekt und wird durch das Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur gefördert.
Ein von der Kreisbeigeordneten Almut Schultheiß-Lehn moderiertes Podiumsgespräch bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen. Fachstellen und Akteure aus Beratung, Demenz, Sicherheit, Wohnraumanpassung, Selbsthilfe, Betreuung sowie Hospiz- und Palliativversorgung stellen ihre Erfahrungen und Angebote vor.
Zum Abschluss lädt der „Markt der Möglichkeiten“ erneut ein sich zu informieren.
Die Botschaft des Nachmittags: Wer einen Angehörigen pflegt, muss diese Aufgabe nicht alleine bewältigen. Unterstützungsangebote, Leistungen und Netzwerke können helfen.
Die Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung wird bis 30. September 2026 unter bindi.mara@mainz-bingen.de gebeten. Sie richtet sich besonders an pflegende Angehörige sowie an Fachkräfte, Akteure aus dem Pflegebereich und interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Auch interessant
Wer pflegebedürftig wird oder Angehörige bei der Pflege und Betreuung unterstützt, steht häufig vor vielen Fragen: Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Wer berät bei der Organisation ...







