Großübung des Katastrophenschutzes erfolgreich
Einsatzkräfte trainierten Zusammenarbeit und Logistik für den Ernstfall
Mit einer groß angelegten Katastrophenschutzübung hat der Landkreis Mainz-Bingen auf dem Gelände des Flugplatzes Mainz-Finthen wichtige Abläufe für den Ernstfall trainiert. Rund 120 Einsatzkräfte mit 35 Fahrzeugen verschiedener Fachdienste des Katastrophenschutzes nahmen an der Übung teil.
Ordnung und Koordination als Schwerpunkt
Im Mittelpunkt der Übung stand das Einrichten und Betreiben eines sogenannten Bereitstellungsraums (BR). Dieser dient bei größeren Schadenslagen als logistischer Sammel- und Koordinierungspunkt für Einsatzkräfte und Fahrzeuge. Ziel der Übung war es insbesondere, das zugehörige Einsatzkonzept, sowie die Kommunikations- und Führungsstrukturen unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben.
Als fiktives Übungsszenario wurde ein Schiffsbrand mit Explosion und Beteiligung von Gefahrgütern im Mainzer Zoll- und Binnenhafen angenommen. Demnach kam es beim Verladen von Gefahrgut auf einem Binnenschiff aus unbekannter Ursache zu einer Explosion im Bereich der Kaianlage. Die Feuerwehr- und Katastrophenschutzeinheiten aus Mainz und Wiesbaden sowie Einheiten des Rettungsdienstes waren laut dem Szenario bereits im Einsatz. Der Katastrophenschutz des Landkreises Mainz-Bingen wurde im Rahmen der überörtlichen Hilfe beauftragt, einen Bereitstellungsraum einzurichten und zu betreiben, um nachrückende Einsatzkräfte und Fahrzeuge zentral zu koordinieren.
Flugplatz Finthen als strategischer Anker
Die Wahl des Standortes war kein Zufall. Der Flugplatz Mainz-Finthen bietet mit seinem weitläufigen Platzangebot die notwendige Infrastruktur, um auch große Fahrzeugverbände (Kontingente) aufzunehmen. Die Übung unterstrich die strategische Bedeutung des Platzes – auch für die Gefahrenabwehr. Ein besonderer Dank gilt hierbei der Flugplatz Mainz Betriebsgesellschaft. „Wir sind sehr dankbar für die unkomplizierte Bereitstellung des Geländes. Mein ausdrücklicher Dank gilt dem Geschäftsführer Dieter Kohl, der uns diese wichtige Übungsmöglichkeit auf dem Flugplatzgelände eröffnet hat. Solche Partnerschaften zwischen privaten Betreibern und der öffentlichen Gefahrenabwehr sind das Bindeglied für einen funktionierenden Katastrophenschutz in unserer Region“, betonte Niko Meurer für den Katastrophenschutz Mainz-Bingen die Wichtigkeit solcher Kooperationen.
Weiterentwicklung des Einsatzkonzept
Die Wartezeit der Einsatzkräfte im Bereitstellungsraum wurde genutzt, um das Einsatzkonzept „Bereitstellungsraum“ des Landkreises praxisnah zu schulen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig bestand für die beteiligten Einheiten die Möglichkeit, Rückmeldungen zu Abläufen, Kommunikation und Organisation direkt an die Übungsleitung weiterzugeben. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die weitere Optimierung des Konzeptes einfließen.
Beteiligt waren im Rahmen des Katastrophenschutzes unter anderem verschiedene Schnelleinsatzgruppen der Hilfsorganisationen, Einheiten der Feuerwehren, das Technische Hilfswerk (THW) Ortsverband Bingen und die Technische Einsatzleitung (TEL) des Landkreises.
Positive Bilanz und Dank an das Ehrenamt
Die Übungsleitung lag beim Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Yannick Georges. „Solche Übungen sind unverzichtbar, um im Einsatzfall schnell, strukturiert und effektiv handeln zu können. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Organisationen hat sehr gut funktioniert“, bilanzierte Georges nach Abschluss der Übung.
Auch Landrat Thomas Barth machte sich vor Ort ein Bild vom Ablauf der Übung und dankte den vielen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz: „Der Katastrophenschutz lebt vom ehrenamtlichen Engagement vieler Menschen, die bereit sind, ihre Freizeit für die Sicherheit der Bevölkerung einzusetzen. Dafür gilt allen Beteiligten mein ausdrücklicher Dank.“
Der Landkreis Mainz-Bingen führt regelmäßig Übungen dieser Art durch, um Einsatzkonzepte weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen kontinuierlich zu stärken.
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