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Kultur • 29. März 2026

Gänsehautmomente beim Mutmach-Konzert in der kING

Es war eine elektrisierende Stimmung am Ende des Mutmach-Konzerts in der kING. Alle Künstler*innen versammelten sich zur Zugabe auf der Bühne, um gemeinsam Rio Reisers „König von Deutschland“ zu singen. Die rund 800 Gäste in der vollbesetzten Halle stimmten spontan mit ein und sorgten für ein musikalisches Gemeinschaftserlebnis, das unter die Haut ging. Gänsehautmomente oder „Magic Moments“, wie es Janboris Ann-Kathrin Rätz (Moderation) formulierte, gab es eine Menge an diesem Abend. Mit dem Mutmach-Konzert setzte die IkUM als Veranstalterin gemeinsam mit dem Verein In-RAGE ein starkes Zeichen für Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sängerinnen und Sänger aus der Region formulierten einen emotionalen Appell für Demokratie, Respekt und Toleranz. Begleitet wurden sie von einer eigens für das Konzert zusammengestellten Band aus hochkarätigen Musikerinnen und Musikern. Neben Hannes Porombka (musikalische Leitung) sorgten Vroni Frisch, André Haaf, Chris Hoffmann und Moritz Thomann dafür, dass die Songs und deren Botschaften klanglich perfekt in Szene gesetzt wurden.

Den musikalischen Auftakt übernahm Rainer Ghitescu von „Rainers Liedermacher“ mit „Helden dieser Zeit“ – ein Song, der das Publikum direkt zum Mitsingen animierte. „Der Wind bläst uns ins Gesicht“, erklärte Ghitecsu nach dem Auftritt im Gespräch mit Janboris Ann-Kathrin Rätz auf dem roten Sofa. „Es kostet Mut, dagegen zu halten.“ Genau jenen Helden sei das Lied gewidmet. Nicht weniger emotional war es, als Stephan Fees mit „Kristallnacht“ von BAP ein klares Statement in den Saal sandte. „Es war der erste politische Song meines Lebens“, erzählte der Künstler. „Das Thema hat mich zutiefst bewegt.“ Gesicht zeigen für Frieden und Zukunft, dazu rief Myriam Kavelj-Fuchs mit ihrem Song „Gesicht zeigen“ auf. „Wie zeigst Du Gesicht?“, wollte Janboris Ann-Kathrin Rätz wissen. „Mit Respekt, das müssen wir auch unseren Kindern mitgeben.“

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„Ich finde es sehr schön, dass hier zwölf Stimmen auf der Bühne sind, die sich klar äußern, wofür sie stehen: Menschenwürde, Respekt und Nächstenliebe“, betonte Janboris Ann-Kathrin Rätz. Sehr bewegend tat dies Chiara Zed, die in ihrem Song „Ein Spiel“ an jenes Kind erinnerte, das nach missglückter Flucht übers Mittelmeer tot am Strand gefunden wurde. „Wir lassen niemanden ertrinken!“, lautete ihre Message.

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„Eine große Stimme, die seit Jahren Haltung zeigt“, mit diesen Worten kündigte Janboris Ann-Kathrin Rätz Menna Mulugeta an. Die Künstlerin hatte die zweite Strophe des Songs „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten umgetextet und auf die Anschläge von Hanau 2020 bezogen, damit die Namen der Opfer nicht in Vergessenheit geraten. „Abende wie diese sind wichtig, wir brauchen Solidarität“, betonte Mulugeta.

Die Signale und Botschaften, die beim Ingelheimer Mutmach-Konzert ausgesandt wurden, trafen den Nerv des Publikums. Einstehen für Werte, die in unserer Gesellschaft zunehmend unter Druck geraten, dafür erhoben alle auf der Bühne mit Nachdruck ihre Stimme. Es ging aber auch darum, Mut zu machen und Zuversicht zu verbreiten. Spannend war an diesem Abend das breite musikalische Spektrum, das von Rock über HipHop bis hin zum Schlager reichte. Die Ingelheimer Rock-Ikone Peter Föller hatte den Protestsong „Eve of Destruction“ ausgewählt, Heidi Breiling verband mit dem Song „From a Distance“ die Hoffnung auf Frieden, Lea Funk rief mit „Get Up, Stand Up“ dazu auf, für die eigenen Rechte einzustehen, und Julia Oschewsky verband mit „You´re the Voice“ den Appell, sich nicht einschüchtern zu lassen. Gute Laune, verbunden mit nachdenklichen Tönen, verbreiteten die Binger Herzbuben mit „Griechischer Wein“, während Jürgen und Andreas Thelen mit dem Lied „Miteinander“ von Zupfgeigenhansel den Saal zum Mitsingen animierten. Den letzten eindrücklichen Akzent vor dem großen Finale setzte Laura Müller mit „Imagine“. Am Ende des Mutmach-Konzerts erhoben sich alle Gäste im Saal von ihren Sitzen und belohnten die Künstler*innen mit begeistertem Beifall.

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Veranstaltet wurde das Mutmach-Konzert von der Ingelheimer Kultur und Marketing GmbH (IkUM) in Kooperation mit dem „Ingelheimer Bündnis gegen Rassismus und Gewalt“ (In-RAGE). Das Konzert wurde unterstützt von der Sparkasse Rhein-Nahe und Rockradio.de.

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