Rheinhessen plus: Mehr Zusammenarbeit für eine moderne Verwaltung
- IKZ-Verbund stellt Antrag auf gemeinsame Koordinierungsstelle
Rheinhessen wächst weiter zusammen – und nimmt die direkte Nachbarschaft mit: Für eine zukunftsweisende und moderne kommunale Verwaltung haben sechs Landkreise und kreisfreie Städte aus der Region eine Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) beschlossen. Im IKZ-Verbund „Rheinhessen-plus" sind die Landkreise Mainz-Bingen, Alzey-Worms, Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück sowie die beiden Städte Mainz und Worms organisiert. Ziel: systematisch Potenziale zu identifizieren und zu nutzen, die durch die gemeinsame Bewältigung von Aufgaben entstehen.
Die kommunalen Verwaltungen in Rheinland-Pfalz stehen vor großen Herausforderungen: Der fortschreitende Fachkräftemangel, die steigenden gesetzlichen Anforderungen, komplexe Verwaltungsverfahren und hohe Erwartungen an digitale und bürgernahe Prozesse sind nur einige Beispiele dafür. Mit der vereinbarten Zusammenarbeit im IKZ-Verbund „Rheinhessen plus“ wollen die Beteiligten diesen Herausforderungen begegnen – möglichst effizient, strukturiert und nachhaltig.
Soweit die Theorie. In der Praxis haben die bisherigen Gespräche zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten zwar gezeigt, dass das gegenseitige Interesse an konkreten IKZ-Projekten hoch ist. Was fehlt, ist jedoch eine koordinierende, dauerhafte Struktur, die zwischen den Verwaltungen vermittelt, Projekte initiiert, Steuerungsimpulse setzt und Ansprechpartner für das Land sowie externe Akteure sein kann. Um dies zu erreichen, wollen die Partner nun eine gemeinsame Koordinierungsstelle etablieren, die beim Landkreis Mainz-Bingen angesiedelt sein wird. Finanziert werden soll die zunächst auf fünf Jahre projektierte Stelle in den ersten beiden Jahren durch eine Förderung des Landes. In den drei folgenden Jahren werden die Projektpartner die Kosten gemeinsam schultern. Den Förderantrag beim Land hat der Landkreis Mainz-Bingen jetzt federführend für alle Beteiligten gestellt.
Gesucht wird demnach eine Persönlichkeit, die nicht nur operativ und organisatorisch unterstützt, sondern insbesondere auch Impulse für neue Kooperationsansätze gibt und dabei strategisch vorgeht – zum Beispiel bei der Suche nach einheitlichen und effizienten Verwaltungsverfahren, etwa im Umweltbereich oder bei Baugenehmigungen. Gemeinsame Digitalisierungsvorhaben, Ressourcenbündelung bei Fortbildung und Personalentwicklung sowie koordinierte Stellungnahmen bei Fachverfahren fallen genauso darunter wie die Zusammenarbeit beim Klimaschutz, in der Daseinsvorsorge und bei der Mobilität.
„Die Etablierung einer zentralen Koordinierungsstelle ist für uns der Schlüssel zu einer erfolgreichen und effizienten interkommunalen Zusammenarbeit, die am Ende einen echten Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger bringt. Eine Forderung, die auch der Regionaltag Rheinhessen an die Verwaltungen richtete und die wir hiermit gerne erfüllen“, findet der Mainz-Binger Landrat Thomas Barth.
Sein Amtskollege aus Alzey-Worms, Landrat Heiko Sippel, sagt: „Die Herausforderungen für unsere Kommunen werden nicht kleiner, deshalb ist es nur folgerichtig, dass wir unsere Zusammenarbeit weiter vertiefen und verbindlich strukturieren. Die Koordinierungsstelle gibt unserem Verbund ein klares organisatorisches Fundament und sorgt dafür, dass aus gemeinsamen Ideen konkrete Projekte entstehen. So stärken wir die Leistungsfähigkeit unserer Verwaltungen und schaffen spürbare Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger in der gesamten Region.“
Landrätin Bettina Dickes aus Bad Kreuznach fügt hinzu: „Synergien nutzen, Stärken teilen, Ideen gemeinsam vorantreiben – interkommunale Zusammenarbeit ist in Zeiten eingeschränkter Handlungsspielräume durch finanziell stark belastete Kommunen das Gebot der Stunde. Sie eröffnet Potentiale, die kommunale Verwaltungen allein nicht hätten. Ich erhoffe mir von der neuen Koordinierungsstelle weitreichende Impulse, von denen alle beteiligten Landkreise profitieren können.“
Landrat Volker Boch freut sich, „dass der Rhein-Hunsrück-Kreis Teil einer umfassenden Struktur wird, die das verstärkte interkommunale Arbeiten zum Ziel hat und damit einen pragmatischen Mehrwert für die beteiligten Gebietskörperschaften erreichen möchte. Der einstimmige Beschluss unseres Kreisausschusses ebnet uns den Weg zu einer effizienten Zusammenarbeit, um neue Impulse zu setzen.“
„Rheinhessen beginnt nicht erst hinter Ebersheim, sondern direkt am Rheinufer“, sagt der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase: „Dieses Credo habe ich in meiner Amtszeit von Anfang an verfolgt. Mainz ist jetzt ein aktiver Partner in einer dynamischen Region. Zusammen sind wir noch stärker. Und eine solche Koordinierungsstelle ist der konsequente Schritt auf unserem gemeinsamen Weg: für noch mehr Bürgerservice, effizientere Verwaltungen und einen attraktiven Standort.“
Der Wormser Oberbürgermeister Adolf Kessel ist überzeugt: „Die großen Zukunftsaufgaben lassen sich heute kaum noch innerhalb kommunaler Grenzen lösen. Interkommunale Zusammenarbeit schafft die Möglichkeit, Kräfte zu bündeln, voneinander zu lernen und Projekte mit größerer Wirkung voranzubringen. Nicht zuletzt im Hinblick auf die Digitalisierung zeigt sich der Nutzen besonders deutlich. Wenn mehrere Städte und Gemeinden ein Online-Angebot gemeinsam entwickeln oder einführen, profitieren alle von geringerem Aufwand, schnelleren Prozessen und einem einheitlicheren Service für die Bürgerinnen und Bürger.“
Auch interessant
Integration lebt vom Austausch: Beim „Fachaustausch Integration“ des Integrationsbüros des Landkreises Mainz-Bingen kommen regelmäßig Akteurinnen und Akteure der Integrationsarbeit zusammen,...








