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Soziales • 22. März 2026

Erst schlapp gelacht, dann nachgedacht

„Theater Requisit“ spielt vor Schülerinnen und Schülern der Ingelheimer Schulen und thematisiert das Thema „Sucht“

Seit nunmehr 30 Jahren gibt es das „Theater Requisit“ aus Hattersheim. Man kennt das Theater in ganz Deutschland und an Deutschen Schulen in Spanien.

Alles auf der Bühne entsteht aus dem Moment. Das Improvisationstheater bezieht die Zuschauer mit ein, Ideen der Schülerinnen und Schüler werden in Szenen umgesetzt. Spontan und kreativ müssen die vier Schauspieler sein – Dominik, Sascha, Johannes und Katja geben ihr Bestes. Die Themen geben die Zuschauer vor – Gefühle wie „Hoffnung“ oder „Gier“ werden schauspielerisch umgesetzt. Eine Szene „der verlorene Schlüssel“ wird mit unterschiedlichen Gefühlen umgesetzt. Situationen werden spontan durch Zurufe der Schülerinnen und Schüler gestaltet. Dies verlangt eine hohe Konzentration und Flexibilität der Schauspieler, die die Herausforderungen gekonnt meistern. Eine sogenannte „Kettenszene“ verändert sich ständig, jeder Schauspieler bringt neue Aspekte ein. „Die genre Achterbahn“ zeigt ein und dieselbe Szene als Drama, Lustspiel, Volksstück, usw.

Doch was hat das alles mit Suchtprävention zu tun? Alle Schauspieler haben eine Drogenerfahrung hinter sich, sie waren suchtkrank, sind aber schon viele Jahre abstinent. Auf der Bühne werden keine Suchtthemen angesprochen, dies passiert erst in Kleingruppen danach. Jeder Schauspieler erzählt seine Geschichte und wird damit für die Schülerinnen und Schüler lebendig. Man wird aufgefordert zu reflektieren, hatte ich schon einmal Erfahrung mit Drogen, wie gehe ich damit um, brauche ich Hilfe? Ziel ist es unter anderem Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen – in Ingelheim zum Beispiel die Sucht- und Jugendhilfe in der Georg-Rückert- Straße. Seit 26 Jahren arbeitet diese mit „Requisit“ zusammen und ist Teil eines Aufklärungspaketes an Ingelheimer Schulen.

Insgesamt weilt das „Requsit-Theater“ sechs Tage in Ingelheim im Jugendzentrum „Yellow“. Pro Person kostet eine Vorstellung 3,-- Euro. Die weitere Finanzierung erfolgt durch Spenden, Eigenmittel der Sucht- und Jugendhilfe, den Landkreis Mainz-Bingen und die R&V. Das Theaterspiel dient dabei als Türöffner und soll Hürden im nachfolgenden Gespräch abbauen helfen. Anonyme Evaluationsbögen machen deutlich, dass das Konzept aufgeht und Sucht in einem neuen Licht gesehen wird.

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