Gershwin bei den Landfrauen
Eine kleine Zeitreise gefällig? Wir schreiben den 12. Februar des Jahres 1924. In der Aeolian Hall in der 42. Straße in New York sitzt das Publikum dicht gedrängt in Erwartung einer Uraufführung. Auf dem Programm steht ein Werk von George Gershwin mit dem Untertitel „An Experiment in Modern Music“ – besser bekannt als „Rhapsody in blue“. Das Echo ist überwältigend – das „Experiment“ gelungen!
Springen wir zum 21. Februar des Jahres 2026. In Ingelheim im Sitzungssaal des Kreistags Mainz-Bingen hat sich ein ebenso gespanntes Publikum eingefunden – eingeladen von den rheinhessischen Landfrauen zum alljährlichen Frauenfrühstück. Und da gibt es zusätzlich zu dem opulenten Frühstücksangebot – quasi „on top“ – auch noch ein kulturelles „Schmankerl“. Und das trägt den Titel „Rhapsody in blue“. Es ist ein „Lese-Konzert“ mit untermalender Bildpräsentation zu dem Schaffen von George Gershwin. Am Flügel (ein solcher gehört zum Inventar des Sitzungssaals) interpretiert Wolfgang Nieß virtuos Stücke des leider schon früh (im Alter von 38 Jahren) verstorbenen Komponisten und gibt dazwischen noch erläuternde Einblicke in dessen Leben. Zusammen mit den von Sabina Nieß sorgsam ausgewählten Bildern entsteht so ein Kaleidoskop einer Zeit, in der auch musikalisch epochale Umbrüche statt- fanden. Und als Wolfgang Nieß seine Interpretation von Gershwins Meisterwerk beendet hatte, war ein anerkennende „Wow“ noch eine der moderatesten Beifallsbekundungen.
Wie geht denn nun ein solch kulturelles Highlight einher mit einem kulina- rischen wie ein vom Landfrauenverein Groß-Winternheim zubereiteten Frühstück? Nun – Gershwin hätte damit kein Problem gehabt. Schließlich war er in seinem Freundeskreis durchaus als das bekannt, was man heute vielleicht als „Party-Löwe“ (in positivem Sinn!) bezeichnen würde. Die Landfrauen jedenfalls haben mit dieser Veranstaltung wieder einmal unter Beweis gestellt, dass sie auf ihre unkomplizierte und lockere Art „Kultur auf dem Land“ umsetzen – ohne dabei gleich nach öffentlichen Fördermitteln zu rufen.
Wer mehr über die Arbeit der hiesigen Landfrauen erfahren möchte, der kann dies unter der Mail-Adresse Landfrauen.Ingelheim@gmx.de.
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