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Kultur • 8. Januar 2025

Martin Mohr - ein Ingelheimer Freiheitskämpfer

Der Name Martin Mohr dürfte vielen Ingelheimern bekannt sein. Denn eine Ober-Ingelheimer Schule trägt seinen Namen: die Präsident-Mohr-Schule. Doch wer war eigentlich der Mann, der Namensgeber einer Schule ist?

Martin Mohr wurde am 6. Juni 1788 in Warmsroth geboren und starb am 7. Mai 1865 in Ingelheim. Der junge Martin wuchs in einfachen bäuerlichen Verhältnissen im Hunsrück auf. Er machte eine Ausbildung zum Notariatsschreiber und arbeitete dann in Stromberg an dem dortigen Gericht. Bis 1811 war er Hauptmann in französischen Armeen Napoleons. 1813 begann er ein Studium der Rechte, das er mit der Promotion abschloss. 1829 wurde er – nach anderen beruflichen Stationen – Vizepräsident des Mainzer Kreisgerichtes.

1833 geriet er wegen politischer Dissonanzen in Konflikt mit der Landesregierung. Er erklärte eine Regierungsverordnung für verfassungswidrig, wurde daraufhin entlassen und (bei vollen Bezügen) in den Ruhestand versetzt.

Ein Jahr später zog er nach Ober-Ingelheim, wo er sich intensiv politisch betätigte und die Ingelheimer Casinogesellschaft gründete. Man traf sich dort zum Gedankenaustausch, begrüßte die Ideen der Märzrevolution. Schließlich wurde Mohr als Mitglied in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt. 1850 wurde er Parlamentspräsident.

In Ingelheim gründete er die freireligiöse Gemeinde. Als er 1865 starb wurde er unter großer Anteilnahme auf dem Friedhof an der Burgkirche bestattet. Sein Grab wird heute von Schülerinnen und Schülern der Präsident-Mohr-Schule als Ehrengrab gepflegt.

Martin Mohr war ein überzeugter Verfechter der Ideale Freiheit und Gleichheit. Seine Kontakte zu Frankreich waren ausschlaggebend für diese Geisteshaltung. Er verfolgte die Ziele der Gründung einer friedlichen Republik. Nur eine demokratische Republik könne die Menschenrechte garantieren.

Als Martin Mohr nach Ober-Ingelheim zog, wohnte er in dem stattlichen Anwesen in der Stiegelgasse 48. Der Schwiegervater von Mohr hatte das Anwesen gekauft, das eine lange Adelstradition hatte. Ein Liberal- Demokratisch orientierter Freundeskreis traf sich von da an regelmäßig in der Stiegelgasse. Interessant zu erwähnen ist auch, dass der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker in den 60er Jahren ebenfalls in diesem Haus wohnte.

Heute ist die ehemalige Casinogesellschaft „Verein Haus Burggarten“, der sich Martin Mohr und der Demokratiegeschichte widmet. Eine Plakette „Haus der Demokratiegeschichte“ am Eingangstor zum Haus Burggarten macht auf die Bedeutung des Hauses und seiner Ideen aufmerksam.

Quellen: wikipedia.org / ingelheimer-geschichte.de

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