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Region • 10. März 2024

Landfrauenfrühstück widmet sich dem Thema Werte

Werte leben!

Nach drei Jahren Pause – bedingt durch Corona – war es endlich wieder soweit. Und viele rheinhessische Landfrauen waren der Einladung des Verbandes nach Ingelheim in den großen Saal der Kreisverwaltung gefolgt. Nach dem opulenten Frühstück, das die Landfrauen wie immer in Eigenregie organisiert hatten, wartete man mit Spannung auf die Referentin, Eva Hock, die sich dem Thema „Werte leben – Die einfachen Lösungen sind selten die leichten“ widmete.

Eva Hock, 39 Jahre, hatte in Mainz Geschichts- und Erziehungswissenschaften studiert und eine Zusatzausbildung in Mediation gemacht. Ihre beruflichen Schwerpunkte liegen heute im Bereich der Betriebsübergabenkonflikte, Generationenkonflikte und Paarkonflikte. Ihr Studium der Geschichte habe sie zu der Einsicht gebracht, dass es eigentlich immer nur um Mord und Todschlag ginge. Ihr oberster Wert sei daher Frieden, man müsse Gewaltfreiheit anstreben. Sie wisse zu schätzen, dass ihre Generation 40 Jahre in Frieden und Wohlstand leben dürfe.

Dennoch – für Werte müsse man immer wieder kämpfen. Jeder von uns habe eine Wertebiografie, die sich auch im Laufe unseres Lebens wandeln könnte. Die Achtung vor dem Leben des anderen gehe über das eigene Befinden hinaus.

Doch wie haben wir unser Wertebewusstsein entwickelt? Ursprünglich – so Eva Hock – habe der Mensch sogenannte destruktive Motive, wie Angst, Überheblichkeit – man agiere eher gegen andere statt mit anderen. Oft gäbe es auch keine Ebene, um über Werte zu reden.

Wichtig sei, dass wir ein Bewusstsein über unsere Werte entwickelten. In Anlehnung an den Weltfrauentag stellte Eva Hock fest, dass Gewalttätigkeit Teil der männlichen Welt sei. Dabei dürfe man Normen und Werte nicht verwechseln. Eine Norm wird gesellschaftlich oder familiär ausgehandelt, Werte versuchen wir zu erfüllen, indem wir Normen schaffen, die allen gerecht werden.

Was war vor 50 Jahren anders? Damals habe es weniger Gleichzeitigkeit gegeben. Es gab Gruppenzugehörigkeit, die Sicherheit vermittelte. Das habe sich geändert. Heute sind wir in viele Teilgruppen aufgesplittet, die verschiedene Normen praktizierten. Je mehr Demokratisierung es gäbe, desto mehr Vielfalt dürfe gelebt werden, was zur Schnelligkeit führe. „Wir haben so viele Veränderungen, dass wir unsere Werte nicht anpassen können, wir fallen aus der Zeit“, so Eva Hock. Und wenn etwas zu schnell wird, entstünde Widerstand und führe zu destruktivem Verhalten wie Hass, Missgunst, Überheblichkeit und Neid. Manchmal führe die Identitätssuche auch zu psychischen Problemen.

Ihr Fazit: Wir müssen lernen zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiven Fakten zu unterscheiden. Das Spannungsfeld zwischen dem ICH und dem WIR kann aufgelöst werden, indem wir offen auf Menschen zugehen, ohne Hetze, ohne Beleidigung und für unser System der Demokratie. Wir müssen uns auf konstruktive Motive konzentrieren.

Anschließend durften die Landfrauen – quasi in einem Eigenversuch – ihre Werte formulieren und mit anderen abgleichen.

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