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Bauen & Wohnen • 30. Juni 2023

Wie soll sich Heidesheim in Zukunft entwickeln?

Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung am 29. Juni 2023 um 18.00 Uhr im Schönborner Hof in Heidesheim. Eingeladen hatte Oberbürgermeister Ralf Claus alle Interessierten zusammen mit Ortsvorsteherin Silvia Klengel und Martin Fladt vom Planungsunternehmen „Umbau Stadt“ sowie seinem Kollegen Matthias Wöber von „planquadrat“.

Der Einladung waren an dem schwülheißen Abend ungefähr 150 Besucherinnen und Besucher gefolgt. In seinen einleitenden Worten unterstrich Oberbürgermeister Ralf Claus die Frage, wie die Heidesheimerinnen und Heidesheimer in Zukunft leben wollten. „Ein Korb von vielen Chancen, ein bunter Korb für die Entwicklung der Stadtmitte“ liege vor. Auch Silvia Klengel unterstrich, dass jede Idee und jeder Vorschlag gebraucht werde, um Heidesheim zu einem lebens- und liebenswerten Ort zu machen.

Vor ca. 3 Jahren wurde mit der Arbeit begonnen. Während dieser Zeit wurden Vorschläge in sieben Workshops zusammen mit Mitgliedern des Ortsbeirates erarbeitet. Die Bürgerinnen und Bürger von Heidesheim waren mittels einer Online-Befragung eingeladen, ihre Vorstellungen kund zu tun. Die nunmehr vorliegenden Ergebnisse waren Inhalt der Bürgerveranstaltung, in der auch Anregungen und Fragen möglich waren. Die Fachreferenten des Abends arbeiteten Vor- und Nachteile, sowie Chancen und Risiken der Stadtentwicklung heraus. Die Rahmenbedingungen seien durch Landschaftsschutz, Naturschutz und Trinkwasserschutz gekennzeichnet. Ferne zeichne sich eine Wohnraumknappheit ab, auf der anderen Seite gäbe es eine geringe Leerstands- und Sanierungsquote. Heidesheim zeichne sich durch ein ausgeprägtes Vereinsleben aus und damit eine hohe Identifikation der Menschen mit ihrem Heimatort. Die Verkehrsanbindung sei durch die BAB 60, die Bahnlinie und die Buslinien 614 und 620 als sehr gut einzustufen. Dagegen fehlten Radwege in der Ortsmitte. Auch der ruhende Verkehr sei ein Problem, da er die Wohnstraßen über Gebühr belaste. Der Durchgangsverkehr sei ein Dauerproblem, der sich auch auf die Fußgängerinfrastruktur auswirke.

Im Folgenden wurden Nutzungsaspekte einzelner Gebäude vorgestellt. Die Hallennutzung der unter Denkmalschutz stehenden Markthalle sei aus fachgutachtlicher Perspektive nicht als „Kleine Markthalle“ nach Frankfurter Modell geeignet. Dafür sei der Heidesheimer Einzugsbereich zu

klein. Dagegen wurde der Lebensmitteleinzelhandel dort als sehr positiv eingestuft. Nahversorgung in der Ortsmitte, in der Nähe des Bahnhofs, fußläufige Erreichbarkeit – all das spreche für eine entsprechende Nutzung. Ortsvorsteherin Silvia Klengel betonte, dass der bereits bestehende Einzelhandel im Ort auch Verkaufsflächen in einer Markthalle bekommen müsse. Die Geschäfte im Zentrum dürften nicht unter einem neuen Angebot leiden.

Hinsichtlich des in die Jahre gekommenen Schönborner Hofes war man sich einig, dass Sanierungsmaßnahmen von Nöten seien. Dazu gehöre auch der Ausbau der Barrierefreiheit. Mittelfristig eigne sich das Haus für ein Hotel, eine Seniorenresidenz oder Betreutes Wohnen. Kurzfristig müsse der Schönborner Hof als Veranstaltungsort gesichert werden.

Die Feuerwehr leide am jetzigen Standort unter der alten Halle, die den aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht werde. Ein neuer Standort im östlichen Bereich des Ortes sei deshalb zu suchen. Ein Standortwechsel eröffne dann auch Perspektiven für eine neue Multifunktionshalle, direkt neben dem Burggarten und zentral gelegen.

In der sich anschließenden, rege genutzten Fragerunde, wurden viele Themen angesprochen. Zu der Situation der Spielplätze im Ort wurde auf die angelaufene Spielleitplanung für Heidesheim verwiesen. Auch die Verkehrssituation im Ort war den Fragenden ein Anliegen. Einig war man sich, dass die Nahversorgung im Ort eine Stärkung erfahren müsse. Der Vortrag ist auch auf der Homepage der Stadt Ingelheim nachzulesen.

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