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Nahrhaft • 30. März 2020

Bio oder konventionell - was ist denn nun besser?

Bio oder konventionell – was ist denn nun besser?
Spanische Spitz-Paprika oder lieber die Bio-Paprika aus dem deutschen Gewächshaus? Kann der Bauer überleben, wenn ich die billige Milch im Discounter kaufe? Und wer sagt eigentlich, dass Bio-Hühner wirklich immer artgerecht gehalten werden? Früher war Einkaufen eine reine Privatsache. Aber spätestens seit wütende Bauern sich als Sündenböcke der Nation in die Ecke gedrängt fühlen und ihren Protest auf die Straße tragen, ist daraus ein Politikum geworden. Weniger Pestizide, mehr Insektenschutz, keine Tierquälerei - die Ansprüche vieler Verbraucher an die Bauern sind gestiegen.

Einfach Antworten gibt es nicht: Im Kern geht es dabei um eine Debatte, die zunehmend emotional geführt wird: Sind ökologische erzeugte Lebensmittel gesünder für den Verbraucher und besser für die Umwelt? Einfache Antworten gibt es nicht, und genau das macht die Sache so kompliziert. Ein Beispiel: Untersuchungen bestätigen immer wieder, dass Bio-Produkte deutlich seltener mit Pestiziden belastet sind als konventionelle Ware. Das sollten sie auch sein, schließlich sind Pestizide im Ökolandbau untersagt.

Aber: Insbesondere aus China kommen immer wieder Nachrichten über Pestizidrückstände auf Öko-Lebensmitteln. Aus einem Papier der EU-Kommission geht hervor, dass in chinesischen Bio-Betrieben allein im Jahr 2018 67 gravierende Verstöße gegen die EU-Öko-Verordnung verzeichnet wurden – und das sind nur diejenigen, die entdeckt wurden. Was für deutsche Verbraucher eine bewusste Entscheidung für die Umwelt ist, ist für chinesische Produzenten oft nicht mehr als ein gutes Geschäft.

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Anders sieht es bei den Nährstoffen aus, denn die verändern sich nicht unbedingt aufgrund der Anbauweise. In Blindtests lassen sich Bio-Produkte von konventionellen oft nicht unterscheiden. Doch auch hier gibt es ein aber, schön zu sehen am Beispiel des Apfels: Im konventionellen Bereich hat die Rationalisierung der Produktionsprozesse dazu geführt, dass in Supermärkten nur noch die immer gleichen, wenige Sorten zu finden sind. Die kommen zudem oft aus Ländern wie Neuseeland, Chile oder Argentinien und belasten dadurch das Klima. Die geschmacklich interessanteren Äpfel findet man schon eher auf Wochenmärkten oder beim regionalen Öko-Erzeuger.

Unterschiede im Mikrobiom: Interessant ist auch das Ergebnis einer aktuellen Studie der TU Graz: Die Forscher untersuchten die Zusammensetzung von Bakterien in Äpfeln, das so genannte Mikrobim. In einem 240-Gramm-Apfel stecken demnach rund 114 Millionen Bakterien, egal ob bio oder konventionell erzeugt. Allerdings fanden sich Bakterien mit eher gesundheitsschädlichem Potenzial wie Escherichia-Shigella – einer für Krankheitserreger bekannten Gattung - verstärkt bei konventionell angebauten Äpfeln. Bioäpfel waren frei von dieser Bakterienart, wiesen aber im Unterschied dazu deutlich mehr der nützlichen Lactobacillen auf, die probiotisch und somit positiv auf den Darm wirken.

So oder so: Der Bio-Boom lässt sich nicht wegdiskutieren. Schon 2017 erreichte das Markvolumen erstmals die Marke von zehn Milliarden Euro. Insbesondere Bioland- und Demeter-Produkte, die traditionell deutlich höhere Standards setzen als es das EU-Biosiegel verlangt, profitieren von diesem Trend. Sie landen immer häufiger in den Regalen der Discounter. Manche Experten befürchten jedoch, dass sich dieser Erfolg vor allem für kleine, regional wirtschaftende Betriebe ins Gegenteil verkehren könnte, denn mit dem Erfolg wächst auch der Preis- und Kostendruck auf die Branche.

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Ein Beispiel macht das deutlich: Bei Lidl war die Bioland-Milch zuletzt für 1,05 Euro zu haben, bei Netto kostete Bio-Milch sogar nur noch 83 Cent. Hier wirken letztlich dieselben Marktmechanismen wie bei konventionellen Lebensmitteln und sorgen dafür, dass Biobetriebe zum Wachsen und Rationalisieren gezwungen werden, um überleben zu können. Am Ende könnte das zu Lasten der Qualität und der Umwelt gehen.

Bildquelle: Pixabay

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