MontagMo., 2. Februar 2026
Ingelheim, 3 °C Meist bewölkt.
Copyright/Quelle Bilder:
Anzeige
Kultur • 5. Januar 2026

Ein Treffen, das es nie gab!

Sie konnten sich nie treffen, da sie in ihren Lebensdaten durch mehr als ein Jahrtausend getrennt waren – Karl der Große und Carl Zuckmayer. Was aber wäre gewesen, wenn sich die beiden begegnet wären? Und wenn dieses Zusammentreffen in Ingelheim stattgefunden hätte? Auf der Bühne des Ingelheimer „kING“ wurde ein solches fiktives Aufeinander- treffen von Karl und Carl vom „Zeitgeist“-Ensemble der Mainzer Kammer- spiele in Szene gesetzt. Und das nicht als Dialog der beiden Protagonisten – sondern als Kaleidoskop ihrer jeweiligen Lebenswelten. Verbindendes Element sollte die Absicht des Literaten Zuckmayer sein, ein Stück über den Herrscher zu schreiben. Dieser zeigte wiederum großes Interesse an dem Bild, das der Nachwelt dadurch von ihm vermittelt werden würde. Und so zauberten die Darsteller – neben den Profis von „Zeitgeist“ zahlreiche engagierte Laien aus Ingelheim und Umgebung – Schlaglichter des Lebens von Karl/Carl auf die Bühne. Durch eine großformatige Projektion erweckte diese den Eindruck der „aula regia“ der hiesigen Kaiserpfalz. In Einlassungen von Figuren aus dem Umfeld von Karl/Carl entstand so ein facettenreiches Bild der „Titelhelden“. Ein Bild, das positive wie negative Seiten der beiden gegenüberstellte – ohne dabei jedoch zu werten.

So erschien Kaiser Karl sowohl als „Sachsenschlächter“ wie auch als „Vater Europas“. Und dass der des Schreibens unkundige Karl in seinem Reich die Bildung förderte, unterstreicht ebenfalls die Vielschichtigkeit dieser Person. Ebenso wie sein nicht unbedingt von Askese geprägtes Privatleben.

Und die Ambivalenz Zuckmayers wurde dem Publikum durch zwei höchst unterschiedliche Literatur-Nobelpreisträger vor Augen geführt. Thomas Mann mokierte sich über die vermeintliche Trivialität der Theaterstücke des in Nackenheim geborenen Dichters. Winston Churchill (eher als Politiker und Staatsmann bekannt) fand Verständnis für eine weniger bekannte Seite des Autors des „Fröhlichen Weinbergs“ – nämlich dessen Erstellen von Dossiers über deutsche Kulturschaffende nach 1945 im Auftrag der CIA!

Anzeige

Am Ende des ungewöhnlichen Theaterstücks „Alles Carl? Alles Karl!“ gab es dennoch eine klare Botschaft: Das Handeln von Personen ist immer im Kontext ihrer jeweiligen Zeit zu sehen. Bei dem Namen des Ensembles („Zeitgeist“) versteht sich das eigentlich von selbst. Aber mehr noch: Was immer Du tust – tu es nicht unter dem Gesichtspunkt, was andere über Dein Tun denken könnten! Tu es, weil Du es tun willst! Sei Carl/Karl!.

Auch interessant

Top-Unterhaltung in der kING: Bayrischer Rock’n‘Roll

2026 stehen die bayerischen Kult-Rocker der Spider Murphy Gang noch immer auf der Bühne. So auch am 12. April 2026, wenn sie in der kING auftreten. Obendrein mit einem Akustik-Konzert – also etw...
KulturHighlights 1. Halbjahr in der kING und Winzerkeller

Die IkUM (Ingelheimer Kultur und Marketing GmbH) hat für das erste Halbjahr 2026 wieder ein hochkarätiges Veranstaltungspaket für die kING und den Winzerkeller geschnürt. Zu Gast sind prominen...
Top-Unterhaltung in der kING: Die Achtziger sind zurück!

Abba Gold – The Concert Show lässt die wundervollen Lieder und Melodien der schwedischen Popgruppe Abba aufleben und bringt den GlamourPop und die Ohrwürmer der 1980er Jahre am 26. April 2026 ...
END