Kinder machen auf Gefahren durch Elterntaxis aufmerksam
Aktion an der Pestalozzischule wirbt für mehr Sicherheit auf dem Schulweg
Wie fühlt sich der Straßenverkehr eigentlich aus der Perspektive eines Kindes an? Dieser Frage konnten Eltern am Montag, 26. Oktober, vor der Pestalozzischule in Ingelheim ganz praktisch nachgehen. Gemeinsam mit der Polizei und dem ACE (Auto Club Europa) machten Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen mit einer besonderen Aktion auf die Gefahren durch Elterntaxis und die Bedeutung eines sicheren Schulwegs aufmerksam. Auch Bürgermeisterin Sybille Schäfer begleitete die Aktion vor Ort.
Mit selbst gebastelten Strafzetteln, die zuvor im Unterricht vorbereitet worden waren, sprachen die Kinder Autofahrerinnen und Autofahrer vor der Schule an. Die kleinen Botschaften sollten zum Nachdenken anregen und für mehr Rücksichtnahme im Schulumfeld werben. Eine besondere Erfahrung bot das sogenannte Tiefsehrohr: Damit konnten Eltern ausprobieren, wie eingeschränkt das Sichtfeld von Kindern im Vergleich zu Erwachsenen ist und wie schwierig es für sie sein kann, Verkehrssituationen richtig einzuschätzen. So wurde unmittelbar erfahrbar, warum besondere Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme im Straßenverkehr wichtig sind.
Auch die Puppenbühne des Polizeipräsidiums Mainz ist Teil des Projekts. Sie vermittelt den Kindern auf spielerische Weise wichtige Inhalte zur Verkehrssicherheit und begleitet die Aktion mit Informationsmaterial. Von Seiten der Schule fand zudem ein Elternabend statt, bei dem über die Gefahren des Bring- und Abholverkehrs und sichere Alternativen zum Elterntaxi informiert wurde. Bürgermeisterin Sybille Schäfer begrüßt die Initiative: „Kinder sollen ihren Schulweg möglichst sicher und selbstständig zurücklegen können. Dafür braucht es nicht nur eine sichere Verkehrsumgebung, sondern auch die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmenden. Die Aktion macht auf anschauliche Weise deutlich, wie wichtig es ist, die Perspektive der Kinder einzunehmen. Besonders schön finde ich, dass die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden und sich für mehr Sicherheit vor ihrer Schule einsetzen.“
Hintergrund der Aktion ist die Verkehrssituation rund um die Pestalozzischule. Durch den Bring- und Abholverkehr entstehen dort regelmäßig unübersichtliche Situationen und Engpässe. Das Aussteigen unmittelbar vor der Schule kann für die Kinder selbst, aber auch für andere Schülerinnen und Schüler, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen, gefährlich werden.
Die Aktion ist langfristig angelegt: In den kommenden Wochen sind weitere gemeinsame Kontrolltermine mit Polizei und Schülerinnen und Schülern geplant. Dabei sollen die von den Kindern gestalteten Hinweise an Autofahrerinnen und Autofahrer verteilt und mit Informationsmaterial der Puppenbühne ergänzt werden. Auch die Polizei wird die Verkehrssituation weiterhin kontrollieren.
Beteiligt sind der Sachbereich Zentrale Prävention des Polizeipräsidiums Mainz, die Polizeiinspektion Ingelheim, die Pestalozzischule, die Stadt Ingelheim (Ordnungsamt) und der ACE als Kooperationspartner. Der ACE unterstützt die Aktion unter anderem mit 25 Warnwesten mit der Aufschrift „Goodbye Elterntaxi“.
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