Handgefertigte Perlen nach historischen Vorbildern
Neu im Shop des Museums bei der Kaiserpfalz
Seit Jahrtausenden faszinieren gläserne Schmuckstücke die Menschen. Im Museum bei der Kaiserpfalz der Stadt Ingelheim am Rhein sind ab sofort detailgenaue Perlen nach merowingerzeitlichen Vorbildern zu erwerben: kunstvoll in Handarbeit gefertigte Unikate, inspiriert von Ingelheimer Funden aus dem Jahr 2019.
Bereits vor rund 35.000 Jahren wurden Perlen aus Knochen, Elfenbein oder weichem Stein gefertigt. Später entwickelte sich Glas zum wichtigen Material. Auch in der Merowingerzeit (5. bis 8. Jahrhundert) waren Perlen ein beliebter Schmuck. Sie wurden häufig als Grabbeigabe in Frauen- und Mädchengräbern gefunden und dienten meist als Halskette oder Gürtelschmuck. Besonders verbreitet waren opake Glasperlen in Gelb- und Rottönen. 2019 wurden im merowingischen Gräberfeld an der Ingelheimer Rotweinstraße zahlreiche Glasperlen entdeckt. Die Nachbildungen im Museumsshop orientieren sich an einem Fund aus Grab 264. Das Grab wurde zwar in der Vergangenheit beraubt, dennoch blieben einige Beigaben erhalten. Dazu gehörten zwei Keramikgefäße, eine massive Kappe aus Buntmetall sowie Reste von Eisenobjekten. Die Glasperlen lagen nicht mehr in ihrer ursprünglichen Anordnung, bildeten aber vermutlich eine Halskette.
Die erhaltenen Ingelheimer Perlen stammen aus der Zeit um 600 n. Chr. und zeigen eine Vielfalt an Formen und Verzierungen. Neben runden Perlen gibt es konische und röhrenförmige Exemplare. Die Farben reichen von Braun, Gelb und Weiß bis zu Blau und Grün. Viele Perlen sind mit feinen Glasfäden verziert, die Wellen- oder Kreuzmuster bilden, teilweise ergänzt durch kleine Punkte. Besonders auffällig sind sogenannte Überfang- oder Doppelperlen, die während der Herstellung eingeschnürt wurden und aus zwei gleich großen Hälften bestehen.
Die frühmittelalterlichen Perlen sind im Museum bei der Kaiserpfalz zu bewundern und geben einen anschaulichen Einblick in die Handwerkskunst und den Schmuckgeschmack der Merowingerzeit. Ihre heute matte und oft poröse Anmutung wurde durch die Säuren der Erdschichten hervorgerufen, in denen die Perlen 1.400 Jahre lang verborgen lagen. Ursprünglich war der Glasschmuck genauso bunt und strahlend wie heute hergestellte Glasperlen.
Vier der in Ingelheim gefundenen Perlen dienten der Glaskünstlerin Sylvia Hildebrandt (https://www.vikingbeads.de) als Vorlage für ihre originalnahen Perlen nach historischen Funden, die sie für das Ingelheimer Museum bei der Kaiserpfalz von Hand anfertigt. Diese Stücke sind ab sofort exklusiv im Museumsshop erhältlich. Darüber hinaus bietet das Museum eine Auswahl weiterer handgefertigter Perlen an, die zum kreativen Selbstzusammenstellen einladen und auf Edelstahlhaltring, Leder- oder Stoffband aufgefädelt werden können. Eine handfertigte Glasperle nach historischem Vorbild kostet, je nach Größe, zwischen 1 und 8 Euro.
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