Eine Reise durch die Einkaufsstadt Ingelheim...

...mit Geschichte

Viele Wege führen zum Hafen nach Frei-Weinheim. Zum Beispiel gab es schon immer einen Verbindungsweg aus dem Selztal zum flachen Hafen in Frei-Weinheim. Durch verschiedene Baumaßnahmen ist dieser Verlauf, von der heutigen Kreuzung mit der Binger Straße aufwärts, nicht mehr ohne Weiteres sichtbar.

Der Hafen von Frei-Weinheim
Seit dem Mittelalter gab es im Frei-Weinheimer Hafen - hauptsächlich zur Weinverladung - einen Kran. Zuerst einen Schiffskran, der am flachen Ufer mit wechselnden Wasserständen ohne Mole praktischer war, später dann bis ca. 1700 einen stationären Landkran, dessen Fundament noch zwischen Ruderverein und Damm sichtbar ist. Daneben steht übrigens die „Napoleonseiche“, die 1913 zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig mit der Niederlage Napoleons gepflanzt wurde.

Jahrhunderte lang war der Hafen im Winter durch die verbreiterte alte Selzmündung, die zwischen der Insel Jungau und dem alten Ort Frei-Weinheim lag, gegen Treibeis geschützt. Heute schützt der Damm die Bevölkerung und deren Hab und Gut gegen Hochwasser. Die damalige Selzmündung wurde indes verlegt.

Im 19. Jahrhundert wurde das heutige Hafenbecken gebaut. Ausgebaut wurde der Hafen 1904 und zugleich wurde die Selztalbahn in Betrieb genommen. Diese Bahn verband die Orte des Selztales von Jugenheim ab mit der Hauptbahn am Ingelheimer Bahnhof. Seit dieser Zeit gab es wieder Kräne, zuerst mit Dampfkraft, dann elektrisch betrieben.

Der Wohnungsbau in Frei-Weinheim
Durch den verstärkten Zuzug in Ingelheim nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in den 60er Jahren das Neubaugebiet „Ingelheim West“.

Um den täglichen Bedarfs dieses Wohngebietes zu decken, siedelten sich schnell Geschäfte an der Rheinstraße an. So z. B. Die Bäckerei Berg mit ihren täglich frischen Brötchen, aber auch Elektrobetrieb Berlenbach und Silvias Jagdstübchen. Das größte Wohngebiet entstand entlang der Talstraße. Auch hier siedelten sich an der Rheinstraße Geschäfte des täglichen Bedarfs an.

Der Bau der Autobahn
Nach dem Bau der Autobahn entstand schließlich das Gewerbegebiet „Nahering“ mit z. B. dem Autowaschservice CarWash und seit kurzem die Fußboden und Farbenwelt. Verkehrsgünstig ist die Anbindung zur Autobahnausfahrt Ingelheim-West A 60.

So hätte die Hausbebauung zwischen Frei-Weinheim und Nieder-Ingelheim entlang der Rheinstraße gänzlich zusammenwachsen können, wenn sich nicht der ansonsten durchaus erwünschte Bau der A 60 Anfang der 70er Jahre wie ein Sperrriegel über die Rheinstraße gelegt hätte.

Verfasser: Hartmut Geißler, HistorischerVerein, Ingelheim

Persönlichkeit: Hartmut Geißler

Dass Hartmut Geißler, seit 2004 für den Historischen Verein engagiert, nicht aus Ingelheim ist, kann man kaum glauben, wenn man die Webseiten „ingelheimergeschichte.de“ aufruft. Denn die nun über 400 Webseiten sind die Arbeit des früheren Gymnasiallehrers und geben einen Überblick über die gesamte Ingelheimer Geschichte.

Geboren wurde Hartmut Geißler 1941 in Freiberg bei Sachsen. Seine Schulzeit verbrachte er in Mönchengladbach und die Studienzeit in Mainz. Nach Ludwigshafen war der verheiratete Familienvater von 2 Kindern in Mainz-Gonsenheim 27 Jahre lang am Gymnasium. Nur 5 Jahre unterrichtete Hartmut Geißler bis zu seiner Pensionierung am SMG in Ingelheim.

Heute ist Hartmut Geißler weiter sehr aktiv. Er unterrichtet noch an der IGS in Ingelheim, ist examinierter Stadtführer, macht Vorträge und Exkursionen für den Verein, war im Arbeitskreis Innenstadt der Agenda 21 und schreibt ab und an für den Ingelheimer Marktplatz.